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Meningitis

Dezember 2000 

Die Meningokokken haben einige Eigenschaften, die sie von anderen Bakterien stark unterscheiden. Sehr wichtig ist, dass sie im Rachen gesunder Menschen mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% jederzeit nachzuweisen sind. Diese Leute erfahren nichts davon, es erkranken nur sehr wenige von ihnen überhaupt, und die wenigsten entwickeln die von allen so (mit Recht) gefürchtete Meningitis und Sepsis.

Meningokokken haben viele Untergruppen, am häufigsten erkranken Europäer an den Typen C und B. Typ C ist der „stärkere“, Typ B macht einen dermaßen kleinen Teil der infizierten Leute krank,  daß von ihm gar keine Epidemien verursacht werden können. Diese Kranken kommen vor wie einzelne, mit einander nicht in Verbindung zu bringende Fälle, fast wie Unfälle. Dass Typ C stärker ist, bedeutet, dass im Durchschnitt jeder hundertste Infizierte erkrankt.

Hirnhautentzündung manifestiert sich mit den folgenden Symptomen: Fieber, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Erbrechen, Lethargie. Meningokokkensepsis verursacht Blutungen in den verschiedenen Organen. Die Hautblutungen sind als dunkelroter, flacher Ausschlag zu sehen. Diese Phase bedeutet eine akute Lebensgefahr, da in den Nebennieren auftretende Blutungen die Produktion lebenswichtiger Hormone (z.B. Adrenalin) unmöglich machen.

Die in Ungarn (im Moment zum Teil nur theoretisch) erhältlichen Impfstoffe sind in zwei Gruppen zu teilen. 1/ Die älteren sind wirksam gegen die Typen Meningokokkus A und C, sind nur Kindern von mehr als 18 Monaten zu geben, bieten einen etwa 80%igen Impfschutz für 2 Jahre. 2/ Die neue Gruppe schützt auch Säuglinge (bei dreimaliger Impfung), für eine voraussichtlich zehnjährige Periode. Über einem Jahr muss der Patient nur einmal geimpft werden. (Diese sind z.Z. die teuersten Impfstoffe in Ungarn.) Sie sind nur gegen Typ C wirksam.

Die epidemiologische Situation in Ungarn unterscheidet sich nicht wesentlich von derjenigen in Deutschland oder Österreich. Die zehn Fälle, die im November aufgetreten sind, kann man miteinander nicht in Verbindung bringen. Man weiß nicht, wie lange diese Kranken die Bakterien schon vorher im Rachen getragen haben. Das einzige Land Europas, wo eine Durchimpfung der Kinderpopulation durchgeführt  wird, is das Vereinigte Königreich, wo es in den letzten Jahren mehrere Epidemien gegeben hat.

Ich glaube nicht, daß es korrekt wäre, hier eine konkrete Empfehlung abzugeben über die Notwendigkeit der Impfung. Sicher ist, daß Leute, die mit einem Erkrankten in direktem Kontakt gewesen sind, geimpft werden sollen. Diese Gruppe muss auch eine prophylaktische antibiotische Behandlung bekommen, durch die einer Erkrankung mit fast 100%iger Sicherheit vorgebeugt werden kann. Dadurch werden die Bakterien im Rachen Nichterkrankter abgetötet.

Wenn man sich dafür entschließt, seine Kinder (und sich – es handelt sich nicht um eine Kinderkrankheit) impfen zu lassen, hat man bei Säuglingen keine Wahl zwischen den Impfstoffsorten, aber auch bei Älteren soll man daran denken, daß die neuere Variante einen längeren Impfschutz verspricht.

Ich möchte zum Schluss betonen, dass es für eine Panik keinen Grund gibt. Eine Impfung ist im Allgemeinen immer zu empfehlen, man muß aber auch daran denken, dass es auch hier um einen medizinischen Eingriff handelt, bei dem auch – wenn auch seltene – Komplikationen auftreten können.